Freimersheim (as) – Zwei Tage lang stand Freimersheim ganz im Zeichen des Boxsports. Beim großen internationalen Boxturnier des Box Gym Dreger trafen Boxerinnen und Boxer aus insgesamt 32 Vereinen aufeinander. Neben zahlreichen Clubs aus Deutschland waren mit dem MBT Sosnowiec aus Polen und Teilnehmern aus Nancy in Frankreich auch internationale Gäste vertreten. Zahlreiche Begegnungen, enge Punktentscheidungen und mehrere vorzeitig beendete Kämpfe sorgten an beiden Veranstaltungstagen für abwechslungsreichen Boxsport.
Zwei Tage Boxsport mit internationaler Beteiligung
Die beiden Kampftage boten ein umfangreiches Programm mit insgesamt mehreren Dutzend Begegnungen verschiedener Alters- und Gewichtsklassen. Die Kampfprotokolle dokumentieren zahlreiche Punktentscheidungen, darunter auch mehrere knappe 2:1-Wertungen, sowie vorzeitig beendete Begegnungen durch RSC, bei denen der Ringrichter den Kampf stoppte.
Gerade die internationale Beteiligung verlieh der Veranstaltung einen besonderen Charakter. Mit den Sportlern aus dem polnischen Sosnowiec und aus dem französischen Nancy standen sich Boxerinnen und Boxer unterschiedlicher Schulen und Erfahrungsstufen gegenüber.
Enormer Erfahrungsunterschied – Polinnen halten eindrucksvoll dagegen
Zu den sportlich besonders interessanten Begegnungen gehörten die Kämpfe der polnischen Zwillingsschwestern Jana und Oksana Smalniana vom MBT Sosnowiec. Dabei trafen sie auf zwei ausgesprochen erfahrene Boxerinnen des BC N Offenbach.
Am Freitag stand Maria Elena Arvan aus Offenbach, die bereits 147 Kämpfe absolviert hatte, Jana Smalniana gegenüber. Die Polin konnte zu diesem Zeitpunkt gerade einmal 13 Kämpfe vorweisen. Auf dem Papier hätte die Ausgangslage damit kaum eindeutiger sein können.
Im Ring zeigte sich jedoch ein anderes Bild. Jana Smalniana hielt gegen ihre um ein Vielfaches erfahrenere Gegnerin stark dagegen und machte Arvan den Sieg ausgesprochen schwer. Am Ende fiel die Entscheidung lediglich mit 2:1 nach Punkten zugunsten der Offenbacherin aus.
Auch bei der zweiten Paarung war der Unterschied bei der bisherigen Kampferfahrung erheblich. Georgina Diana Podaru vom BC N Offenbach ging mit 114 absolvierten Kämpfen gegen Oksana Smalniana in den Ring, die erst 15 Kämpfe bestritten hatte. Podaru setzte sich mit 3:0 nach Punkten durch.
Am zweiten Tag wurden die Gegnerinnen getauscht
Am Samstag kam es zum Wechsel der Paarungen. Nun traf Maria Elena Arvan auf Oksana Smalniana, während Georgina Diana Podaru gegen Jana Smalniana antrat.
Arvan gewann ihre zweite Begegnung mit 3:0 nach Punkten gegen Oksana. Besonders bemerkenswert verlief erneut der Kampf von Jana Smalniana: Auch gegen die mit 114 Kämpfen wesentlich routiniertere Podaru leistete die Polin erheblichen Widerstand. Wieder fiel die Entscheidung denkbar knapp aus. Podaru gewann mit 2:1 nach Punkten.
Damit musste sich Jana Smalniana an den beiden Turniertagen zwar jeweils geschlagen geben, überzeugte jedoch gegen zwei Gegnerinnen, die zusammen auf weit mehr als 250 absolvierte Kämpfe kamen. Mit lediglich 13 eigenen Kämpfen hielt sie in beiden Begegnungen so stark dagegen, dass jeweils nur eine geteilte 2:1-Punktentscheidung den Ausschlag gab.
Die Begegnungen machten zugleich deutlich, dass die reine Zahl absolvierter Kämpfe nicht zwangsläufig etwas darüber aussagt, wie deutlich sich die Kräfteverhältnisse im Ring tatsächlich darstellen.
Enge Entscheidungen und vorzeitige Kampfenden
Auch abseits dieser vier Begegnungen bekamen die Zuschauer zahlreiche umkämpfte Duelle zu sehen. Mehrfach waren sich die Punktrichter nicht einig und entschieden Kämpfe mit 2:1. Andere Begegnungen endeten dagegen eindeutig mit 3:0 nach Punkten.
Daneben mussten einzelne Kämpfe vorzeitig beendet werden. So wurden mehrere Begegnungen durch RSC (Referee Stops Contest) entschieden. Für die Aktiven bedeutete das Turnier damit nicht nur die Möglichkeit, sich mit Gegnern aus unterschiedlichen Regionen Deutschlands zu messen, sondern auch internationale Wettkampferfahrung zu sammeln.
Goldene Ehrennadel für Jan Dreger
Einen besonderen Moment gab es jedoch außerhalb des sportlichen Geschehens im Ring. Cheftrainer Jan Dreger wurde für sein langjähriges ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet.

Seit mehr als 25 Jahren engagiert sich Dreger ehrenamtlich im Südwestdeutschen Amateur-Box-Verband (SWABV). Für diesen jahrzehntelangen Einsatz erhielt er im Rahmen des Turniers die Goldene Ehrennadel des Verbandes.
Die Ehrung bildete einen emotionalen Höhepunkt der zweitägigen Veranstaltung und würdigte eine Arbeit, die weit über die eigentliche Tätigkeit als Trainer hinausgeht. Gerade im Amateurboxsport bilden ehrenamtliche Trainer, Betreuer, Kampfrichter und Organisatoren die Grundlage dafür, dass Vereine Nachwuchsarbeit leisten und Veranstaltungen dieser Größenordnung überhaupt durchführen können.
Box Gym Dreger bringt 32 Vereine nach Freimersheim
Mit 32 teilnehmenden Vereinen, internationalen Gästen und einem umfangreichen Kampfprogramm stellte das Box Gym Dreger in Freimersheim ein Turnier auf die Beine, das weit über den regionalen Rahmen hinausging.
Dabei standen nicht ausschließlich Siege und Niederlagen im Mittelpunkt. Gerade Begegnungen wie jene der beiden jungen Polinnen gegen die erheblich erfahreneren Offenbacher Boxerinnen zeigten, welchen Stellenwert solche Turniere auch für die sportliche Entwicklung haben. Mut, Kampfgeist und die Bereitschaft, sich deutlich routinierteren Gegnerinnen und Gegnern zu stellen, sorgten an beiden Tagen immer wieder für besondere Momente.
Mit der Auszeichnung von Jan Dreger erhielt das internationale Boxwochenende schließlich auch abseits des Rings einen passenden Höhepunkt: die Würdigung von mehr als einem Vierteljahrhundert ehrenamtlicher Arbeit für den Boxsport.






